Beschreibung |
Zweck: Die MW-Anlage dient zur Erhöhung der Notleistung des Flugmotors. Durch die erhöhte Notleistung läßt sich kurzzeitig die Waagerecht- oder die Steiggeschwindigkeit erhöhen. Nach Umrüstung des Motors auf MW-Betrieb ist Entnahme der "Start- und Notleistung" nicht mehr möglich; es muß mit "Steig- und Kampfleistung" gestartet werden. Wirkungsweise: Der MW-Stoff ist ein Gemisch aus Methanol und Leitungswasser, dem Korrosionsschutzöl zugesetzt ist. Der MW-Zusatz bewirkt Innenkühlung des Motors zur Vermeidung von Überhitzungen bei Entnahme der Sondernotleistung. Der MW-Stoff wird durch Ladedruck aus dem Vorratsbehälter (Bordbehälter) zur Verneblerdüse am Laderschacht gedrückt und mit der Ladeluft den Zylindern zugeführt. Schalt- und Überwachungsanlage: Betätigung des Schaltventils zur Ein- und Ausschaltung der MW-Zufuhr elektrisch; Kippschalter (Einsatzklarschalter) auf Führergerätebrett. Das Schaltventil öffnet jedoch erst dann, wenn der Gashebel über die Sperrung hinaus in seine vorderste Stellung geschoben wird (gashebelgekuppelter Druckknopfschalter). Die Schaltanlage ist über einen Selbstschalter an der Hauptschalttafel an das Bordnetz angeschlossen. Überwachung des MW-Druckes durch Druckmesser im Führergerätebrett. Entnahme der Sondernotleitung: Der MW-Zusatz kann beim DB 605 AS bis zu einer Flughöhe von 8,5 km entnommen werden; in Höhen über 8,5 km ist durch MW-Zusatz keine Leistungssteigerung mehr zu erzielen, sondern nur MW-Stoff unnötig verbraucht. Die Sondernotleistung darf höchstens 10 Minuten entnommen werden. Bis zur nächsten Entnahme ist eine Pause mit geringerer Motorleistung von mindestens 5 Minuten einzuschalten. Einsatzzeit: 75 Liter MW-Vorrat reicht für 26 Flugminuten aus. Quelle: L. Dv. T. 2109 G-14/Fl MW-Anlage-Karte Bf 109 G-14 Stand Oktober 1944 (gekürzter Auszug) Abbildung zeigt Schema der MW50 Anlage für DB 605, Stand Juni 1944. |
Abbildung |
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